Presse - BUND |
BUND Pressemitteilungen zum Thema Zu den Zeitungsartikeln die Initiative betreffend Sollten Sie eine Frage haben, dann schicken Sie eine E-Mail an:
Hier finden sie:
mail@unser-strom-ist-gruen.de
|
BUND-Stromspar-Tour in Stralsund gestartet
|
Energie / Atomausstieg / Klimaschutz BUND-Stromspar-Tour in Stralsund gestartet BUND wirbt mit dem größten begehbaren Stecker der Welt: Strom sparen für den Atomausstieg - Stop Stand-by! Stralsund (26.8.99) - Eine BUND-Stromspar-Tour durch sieben neue und alte Bundesländer ist heute in Stralsund gestartet. Auf dem Neuen Markt errichtete der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen 20 Meter langen, zwölf Meter breiten und acht Meter hohen "größten begehbaren Stecker der Welt". Im Inneren des gelben Schuko-Steckers - eingerichtet mit Küche, Wohnstube und Jugendzimmer - gibt eine Familie mit Namen "Sparwatt" in Spielform verschiedene Tipps zum Stromsparen in Wohnung und Büro. Ein Computer errechnet individuell für den jeweiligen Haushalt des Bürgers die unnötige Stromvergeudung durch Leerlaufverluste und sogenannte Stand-by-Schaltungen, die elektronische Geräte in Bereitschaft halten. Dr. Birgit Siemen, BUND-Energieexpertin: "Die Energievergeudung durch Stand-by-Schaltungen ist enorm. Viele Elektrogeräte in Haushalten und Büros fressen 24 Stunden am Tag Strom, obwohl sie nur kurze Zeit in Betrieb sind. Mindestens zwei Atomkraftwerke in Deutschland arbeiten allein für die Verluste durch Leerlauf und Standby. Moderne Geräte verfügen statt dessen über automatische Abschaltungen, die den jährlichen Stromverbrauch und damit die Stromrechnung erheblich mindern. Heimlichen Stromfressern muß der Saft abgedreht werden, das bringt was in die Haushaltskasse und hilft der Umwelt." Zu den heimlichen Stromfressern gehören nicht nur Fernsehgeräte, Sat-Receiver und Stereoanlagen sondern auch Kaffeemaschinen, Computer, Monitore, Telefonanlagen, Anrufbeantworter, Faxgeräte u.a. Allein durch den technisch möglichen Ersatz von Stand-by-Schaltungen mit Hilfe von Mehrfachsteckdosen oder Stromspargeräten könnte jeder Haushalt zwischen 150 und 350 Mark im Jahr auf der Stromrechnung einsparen. Das Stromsparen gilt inzwischen als größte "Energiereserve" in Deutschland. Der BUND wirbt deshalb in den kommenden Wochen mit der Kampagne "Strom sparen für den Atomausstieg!" für einen bewußteren Umgang mit Energie. Birgit Siemen: "Zwei Drittel der Bevölkerung ist gegen Atomkraft. Wenn sich diese zwei Drittel der BUND-Stromsparkampagne anschließen, werden zwei Atomkraftwerke schlicht überflüssig. Wir rufen die Bevölkerung deshalb dazu auf, die Vergeudung von Strom und Energie zu beenden." Durch Stand-by wird in Deutschland jährlich soviel Strom vergeudet wie die Großstädte Hamburg und Berlin zusammen verbrauchen. Das bedeutet den zusätzlichen Ausstoß von ca. 14 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids pro Jahr. Die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen sind für zahlreiche Klimakatastrophen und Wetterunbilden weltweit verantwortlich. Zunehmende Stürme, Überschwemmungen, Dürren, die Wüstenausbreitung und das Korallensterben werden durch den menschengemachten Treibhauseffekt verstärkt. Die BUND-Stromspar-Tour geht bis Mitte September und wird vom Bundesumweltministerium finanziell unterstützt. Weitere Stationen der Tour des Riesensteckers sind Berlin, Oldenburg, Köln, Münster, Düsseldorf, Stuttgart, Ulm und Leipzig. Endstation ist am 17. September in Halle. +++ Die weiteren Stationen der Tour: Berlin: 28.8. / Platz vor dem Roten Rathaus / 11-17 Uhr Oldenburg: 30.8. / Rathausmarkt / 12-18 Uhr Köln: 1.9. / Rudolfsplatz a. Kaiser-Wilhelm-Ring / 12-18 Uhr Münster: 5.9. / Platz vor den Stadtwerken / 11-17 Uhr Düsseldorf: 8.9. / Marktplatz vor dem alten Rathaus / 12-18 Uhr Stuttgart: 10.9. / Marktplatz / 12-18 Uhr Ulm: 13.9 / Münsterplatz / 12-18 Uhr Leipzig: 16.9. / Augustusplatz vor der Oper / 12-18 Uhr Halle: 17.9. / Hallmarkt / 12-18 Uhr Bei Rückfragen: BUND-Pressestelle, Fon (0228) 40097-25, Fax: -49; eMail: presse@bund.net; Presse-Archiv im Internet: www.bund.net/aktuell |
|
Vorrang für Kraft-Wärme-Kopplung
|
Vorrang für Kraft-Wärme-Kopplung BUND und Deutscher Städtetag: Quotenregelung soll effizienter Stromerzeugung Marktanteile sichern Frankfurt, 24.9.1999 - Den marktgerechten Schutz und die Förderung der umweltschonenden Stromproduktion in modernen Heiz- und Blockheizkraftwerken haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Deutsche Städtetag gefordert. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag in Frankfurt schlugen sie der Bundesregierung dafür eine bundesweite Quotenregelung vor. Danach sollen alle Stromanbieter in Deutschland verpflichtet werden, einen Teil ihres Stromes aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zu beziehen. Diese Quote soll im Laufe der Zeit gesteigert werden. Ziel ist es, im liberalisierten und hart umkämpften Strommarkt der KWK als besonders effizienten Form der Stromerzeugung Marktanteile und Chancen für deren Ausbau zu sichern. In KWK-Anlagen wird gleichzeitig Strom und Wärme produziert. Dabei werden die eingesetzten Energieträger - meist Kohle oder Erdgas - besonders wirkungsvoll ausgenutzt und so der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids gesenkt. Neben der Nutzung erneuerbarer Energien ist Kraft-Wärme-Kopplung die ressourcen- und umweltschonendste Form der Stromerzeugung. In Deutschland werden aber nur zehn Prozent des Strombedarfes in KWK erzeugt. Nach Ansicht des BUND kommt dem weiteren Ausbau der KWK-Technik eine Schlüsselrolle im Rahmen einer modernen Energie- und Klimaschutzpolitik zu. Bislang investierten vor allem Stadtwerke und Industrie-Unternehmen in die Kraft-Wärme-Kopplung, um Fernwärme beziehungsweise industrielle Prozesswärme gekoppelt mit Strom zu erzeugen. Doch seit der Liberalisierung des Strommarktes bewirken Kampfpreise der großen Stromanbieter, dass keine neuen KWK-Anlagen mehr gebaut und bestehende Anlagen ersatzlos stillgelegt werden. "Der Markt für KWK-Anlagen ist in Deutschland massiv geschrumpft", sagte Hans Hofer, Geschäftsführer der Deutz Energy GmbH, dem größten deutschen Hersteller von Blockheizkraftwerken. "Die großen Stromerzeuger verhindern mit Billigangeboten, die eine KWK-Stromerzeugung wirtschaftlich unattraktiv machen, in Deutschland gezielt die Realisierung geplanter Projekte. In anderen Ländern wie beispielsweise Spanien dagegen entwickelt sich der Markt für KWK-Anlagen günstig, weil dort große Stromerzeuger mit potentiellen KWK-Erzeugern kooperieren." Hajo Hoffmann, Oberbürgermeister von Saarbrücken und Präsident des Deutschen Städtetages, bestätigte die derzeit düsteren Aussichten für die Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland: "Viele Stadtwerke planen die ersatzlose Still-Legung eigener Heizkraftwerke, einige wie beispielsweise Duisburg haben sie bereits vollzogen." Als Grund nannte Hoffmann die verzerrte Konkurrenzsituation auf dem Strommarkt. "Die großen Stromerzeuger haben riesige Überkapazitäten an weitgehend abgeschriebenen Großkraftwerken. Zudem verfügen sie aus ihren Gebiets-Monopolzeiten über enorme finanzielle Rücklagen. Auf dieser Basis gehen sie jetzt zielgerichtet mit Dumping-Preisen in den Verdrängungswettbewerb. Davon betroffen sind besonders die Stadtwerke, die Fern- und Nahwärmeversorgung gekoppelt mit eigener Stromerzeugung aufgebaut haben", so Hoffmann. Der energiepolitische Sprecher des BUND, Professor Klaus Traube, bezeichnete Quotenregelungen für KWK-Strom als absolut notwendige "Leitplanken" im liberalisierten Strommarkt. "Die jetzt losgelassenen Marktkräfte streben nur hin zum größten Profit der Unternehmen, ohne die langfristigen gesellschaftlichen Kosten zu berücksichtigen. Wenn Deutschland den Klimaschutz ernst nimmt, dann kommen wir an der Kraft-Wärme-Kopplung und an Quoten für ihren Ausbau nicht vorbei", sagte Traube. Nach Darstellung des BUND hat die Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland noch ein großes Entwicklungspotenzial. Dies zeigt der Vergleich mit dem Ausland: In Finnland, Dänemark und den Niederlanden liegt der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung bereits bei 35 bis 45 Prozent. Dort ermöglichten weitgehende Kooperationen der großen Verbundunternehmen mit lokalen Stromversorgern und industriellen Verbrauchern in den 80er und 90er Jahren einen boomartigen Ausbau der Kraftwärmekopplung. So hat sich beispielsweise die KWK-Kapazität in den Niederlanden von 1987 bis 1997 verdreifacht, weil sich die Stromerzeugung in dezentralen Heizkraftwerken als kostengünstiger erwies als in zentralen Großkraftwerken. Eine vergleichbare Entwicklung ist laut BUND auch in Deutschland erstrebenswert und erreichbar, wenn die Politik die Rahmenbedingungen dafür schafft. Professor Traube: "Eine Quotenregelung auf der Basis von handelbaren Zertifikaten für KWK-Strom ist ein marktgerechtes Instrument einer zukunftsfähigen Energiepolitik, die eine kostengünstige, ressourcenschonende Struktur der Stromversorgung schafft und mit Umwelt- und Klimaschutz vereinbart." Hinweis an Redaktionen: Bei der BUND-Pressestelle ist ein Hintergrundpapier erhältlich "Kraft-Wärme-Kopplung - Situation, Perspektiven, Handlungsbedarf". Darin wird auch die KWK-Quoten-/Zertifikatsregelung näher erläutert. Bei Rückfragen: - Hajo Hoffmann, OB Saarbrücken, Fon (0681) 905-1600, Fax: -1313 - Hans G. Hofer, Geschäftsführer Deutz Energy GmbH, Fon (0621) 384-8600 - BUND-Pressestelle, Fon (0228) 40097-25, Fax: -49; eMail: presse@bund.net; Presse-Archiv im Internet: www.bund.net/aktuell |
|
Japanischer Atomunfall - Reaktion
|
Atomunfall / Japan BUND: Menschliches Versagen wandelt Atom-Technikgläubigkeit zum Irrglauben Zu dem Atomunfall in Japan erklärt Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Der Atomunfall in Japan hat einmal mehr gezeigt, dass menschliches Versagen jede Technikgläubigkeit zum Irrglauben wandeln kann. Hinter der angeblich beherrschbaren Atom-Technik steht immer das tötlich strahlende Risiko für die Bevölkerung und ihre Umwelt. Wenn der Mensch versagt, wird auch seine Technik unbeherrschbar. Wir bedauern das Leiden der verstrahlten Menschen von Tokaimura und begleiten die Ängste und Sorgen der japanischen Bevölke ung. Zugleich empfinden wir auch tiefe Angst und Sorge um alle Menschen, die in der Nähe aller anderen Atom-Standorte der Welt wohnen und arbeiten. Auch in Deutschland ist ein Atom-Unfall jederzeit möglich. Das aktuelle Beispiel Tokaimura muss der Bundesregierung Antrieb genug sein, um wieder ernsthaft den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie zu verfolgen, und das sowohl in Deutschland als auch international." Bei Rückfragen: - BUND-Pressestelle, Fon (0228) 40097-25, Fax: -49; eMail: presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell |
|
Wie bei Millionenkredit versprochen:
Slowakisches Atomkraftwerk still legen! |
Atom / Osteuropa Wie bei Millionenkredit versprochen: Slowakisches Atomkraftwerk still legen! Bundesregierung soll bis 2000 zugesagte Abschaltung einfordern Bonn, 13.10.99 - Anläßlich der jetzt von der EU-Kommission vorgestellten Pläne zur EU-Osterweiterung fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den "engagierten Einsatz von Außenminister Joschka Fischer, Wirtschaftsminister Werner Müller und Umweltminister Jürgen Trittin für die Stilllegung der Schrottreaktoren im slowakischen Bohunice im Jahr 2000". Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des Umweltverbandes: "In ihren Fortschrittsberichten zur EU-Osterweiterung empfiehlt die Kommission im Falle der Slowakei die Aufnahme von konkreten Beitrittsverhandlungen, obwohl die Slowakei das zugesagte Abschaltdatum für Bohunice im Jahr 2000 nicht mehr einhalten will. Entgegen bisherigen Beschlüssen und offenbar mit Billigung des zuständigen EU-Kommissars Günter Verheugen will die slowakische Regierung das AKW Bohunice nicht nur bis 2000, sondern sogar bis 2008 oder länger in Betrieb lassen. Das ist eine extreme Gefährdung des gesamten europäischen Raumes durch diese Uralt-Reaktoren und darf auf keinen Fall akzeptiert werden." Das Atomkraftwerk Bohunice (WWER-Reaktoren der ersten Generation) ist nicht mit einer Stahlbetonhülle gegen Störfälle ausgerüstet. Zudem befindet es sich in einem erdbebengefährdeten Gebiet. Nach einer Studie des US-Energieministeriums gehört Bohunice zu den neun gefährlichsten Atomkraftwerken der Welt. Nach Ansicht des BUND muss die Bundesregierung gegen die Atompläne der slowakischen Regierung offiziell Protest einlegen und beim kommenden EU-Gipfel ihre Zustimmung zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Slowakei von der Bohunice-Stilllegung im Jahr 2000 abhängig machen. Renate Backhaus: "Die Abschaltung der Bohunice-Reaktoren am Sankt-Nimmerleins-Tag ist ein klarer Bruch des Versprechens, das gefährliche Atomkraftwerk spätestens 2000 vom Netz zu nehmen. Die Stilllegung in 2000 war Bedingung für die 109 Millionen Mark Hermes-Bürgschaft für Siemens, die die Bundesregierung für den Fertigbau des Atomkraftwerkes im slowakischen Mochovce bewilligte. Wenn Joschka Fischer wie angekündigt sein grünes Profil stärker außenpolitisch einbringen will, kann er das jetzt tun und von der Slowakei die Abschaltung der Risikoreaktoren von Bohunice verlangen. Ein Weiterbetrieb des Atomkraftwerkes stellt für Millionen Menschen in Europa ein unverantwortliches Sicherheitsrisiko dar." Bei Rückfragen: Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND/04131-61662, BUND-Pressesprecher Rüdiger Rosenthal/ 0171-8311051, BUND-Fon: (0228) 40097-25, Fax: -49; eMail: presse@bund.net; Presse-Archiv imInternet: www.bund.net/aktuell |
|
Atom-Ausstiegsgesetz muss Sofort-Ausstieg regeln
|
BUND: Atom-Ausstiegsgesetz muss Sofort-Ausstieg regeln "Jedes Tschernobyl in Deutschland richtet mehr Schaden an, als die Atom-Manager überhaupt berechnen können" Bonn, 15.11.1999 - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, im geplanten Atom-Ausstiegsgesetz den Sofort-Ausstieg zu regeln, statt lange Ausstiegsfristen festzuschreiben. "Laufzeiten von 25, 28 oder gar 35 Jahre sind ferne Hausnummern. Werden diese nun per Gesetz festgeschrieben, zementieren SPD und Grüne ihre energie-politische Verliererstraße. Denn die konsequente Wende hin zu sicheren regenerativen Energien würde noch jahrzehntelang verzögert", sagte Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Vorstandes, am Montag in Bonn. Nach Ansicht des BUND muss der Atom-Ausstieg per Gesetz zum sofortigen Abschalten der Atomkraftwerke führen. Die Vermeidung der Gefahren für Mensch und Umwelt, die vom laufenden Betrieb der Atomkraftwerke und der Lagerung der strahlenden Atom-Abfälle ausgehen, müsse über alle Schadensersatzforderungen der Atom-Industrie gestellt werden. "Jedes Tschernobyl in Deutschland richtet mehr Schaden an, als die Atom-Manager überhaupt berechnen können", sagte Backhaus. Und dass Atom-Unfälle auch in hochentwickelten Ländern möglich sind, hätte erst jüngst die Katastrophe im japanischen Tokai-Mura bewiesen. Angesichts der Drohungen der Atom-Industrie, ein Ausstiegsgesetz vom Bundesverfassungsgericht prüfen zu lassen, riet der BUND der Bundesregierung zur Gelassenheit. Nach Ansicht des Umweltverbandes ist der entschädigungsfreie Sofort-Ausstieg verfassungsrechtlich möglich und nötig, da die Sicherheitsrisiken der Atom-Industrie eine Verletzung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit darstellen. Bei Rückfragen: Lucian Haas, BUND-Pressesprecher, Fon (0228) 40097-25, Fax: -49; eMail: presse@bund.net; Presse-Archiv im Internet: www.bund.net/aktuell !! N E U !! N E U !! N E U !! Alle BUND-Presseinfos im eMail-Abo: http://www.bund.net/aktuell/newsletter |
|
Strahlende Teilchen gelangen über ungefilterte AKW-Abluft in die Umwelt
|
Atomenergie / Gesundheit Große radioaktive Partikel können Auslöser für Leukämie-Fälle beim AKW Krümmel sein BUND-Studie: Strahlende Teilchen gelangen über ungefilterte AKW-Abluft in die Umwelt / Sofort-Abschalten aller Atomkraftwerke gefordert Berlin, 1.12.1999 - Große radioaktive Partikel können die Ursache für häufiger auftretende Fälle von Blutkrebs im Umfeld von Atomkraftwerken sein. Das geht aus einer neuen Studie über aktuelle Probleme und Gefahren bei deutschen AKW hervor, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Mittwoch in Berlin vorstellte. Demnach könnten diese "Crud" genannten Teilchen aus dem Kühlwasser über die ungefilterte Abluft der Maschinenhäuser der AKW in die Umwelt gelangen. Das geschehe unbemerkt, da die entsprechenden Kontrollen bislang nur auf kleinste radioaktive Partikel ausgerichtet sind, so der BUND. Schon ein einzelnes Crud-Teilchen könnte bei einem Kleinkind zu Strahlenbelastungen von 10 Milli-Sievert und mehr führen und so Leukämie hervorrufen. Mit der Veröffentlichung der Studie will der BUND der Diskussion um die Sicherheit deutscher Atomkraftwerke im Rahmen des Atomausstiegs neuen Auftrieb geben. Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Vorstandes: "Der Atomausstieg ist zu einem Gefeilsche um Laufzeiten verkommen. Die Regierung hat sich unter dem Diktat der Atomkonzerne auf eine rein wirtschaftliche Argumentation eingelassen und das eigentliche Ziel des Ausstiegs vollkommen aus den Augen verloren. Denn mit der Nutzung der Atomenergie sind große Gefahren verbunden. Und diese Gefahren sind der entscheidende Grund dafür, den Ausstieg zu fordern, und zwar sofort! Die in der Studie aufgeführten Beispiele zeigen, dass trotz aller technischen Raffinesse die Atomenergie auch in Deutschland unbeherrschbar ist und eine stete Gefahr für die Bevölkerung darstellt. Die Studie belegt, dass nur mit dem sofortigen Abschalten aller Atomkraftwerke dem Grundrecht auf Leben entsprochen werden kann." Als ein Beispiel für die verschleierten Atom-Gefahren nennt die BUND-Studie das AKW Krümmel. In der Umgebung des Reaktors werden seit Beginn der 90er Jahre deutlich erhöhte Blutkrebsraten festgestellt. Doch Klagen gegen die AKW-Betreiber wurden bisher abgewiesen, weil den Richtern ein klarer Nachweis für den Zusammenhang zwischen dem Betrieb des Reaktors und den beobachteten Leukämiefällen fehlte. Die Problematik der strahlenden "Crud"-Partikel spielte allerdings bei den öffentlich vorgelegten Untersuchungen bislang keine Rolle. Das müsse sich schnellstmöglich ändern, sagte Dr. Helmut Hirsch, Atom-Experte und Autor der vom BUND beauftragten Studie: "Die Ergebnisse von Untersuchungen zu Crud-Partikeln als mögliche Auslöser der Leukämie müssen sobald wie möglich veröffentlicht werden. Solange dieser Verdacht nicht entkräftet ist, muss das AKW Krümmel abgeschaltet werden." Bekannt wurde das Crud-Problem im Mai 1998 im Zuge des Castor-Skandals. Damals waren Belastungen durch solche radioaktiven Partikel auf der Oberfläche der Transportbehälter für abgebrannte Brennelemente entdeckt worden. Seitdem gilt in Deutschland für Castoren ein Transportstopp, der die AKW-Betreiber hart trifft. Denn im Jahr 2000 müssen möglicherweise mehrere Atomkraftwerke abgeschaltet werden, weil ihre Lagerkapazitäten für Atommüll erschöpft sind. Sollten nun auf Grund der BUND-Studie strahlende Crud-Partikeln nachgewiesen werden, die direkt über die Abluft der AKW in die Umwelt gelangen, würde dies einen weitaus größeren Rückschlag für die Atomenergienutzung in Deutschland darstellen. Neben dem Crud-Risiko führt die BUND-Studie eine Reihe weiterer, unterschätzter Gefahren deutscher Atomkraftwerke auf. So sei beispielsweise der Schutz vor Erdbeben beim hessischen Reaktor Biblis A mangelhaft, da dort viele Einrichtungen nicht erdbebensicher ausgeführt sind. Dabei müsse nach neueren Erkenntnissen die Erdbebengefahr in der Region sogar höher angesetzt werden, als bislang vermutet. Beim Atomkraftwerk Obrigheim moniert der BUND die fehlende Sicherheit im Kühlkreislauf. Sollte dort einmal die Hauptkühlmittelleitung vollständig abreißen, gewähren die Notkühlsysteme keine ausreichende Kühlung des Reaktors. Die sehr starke Versprödung des Reaktordruckbehälters stellt beim AKW Stade das größte Risiko dar. Sollte bei einem Störfall der Behälter bersten, so gäbe es kein Sicherheitssystem, das einen GAU verhindern könnte. Eine andere kritische Schwachstelle haben die Siedewasserreaktoren der Baulinie '69, zu denen Brunsbüttel, Isar-1, Philippsburg-1 und Krümmel gehören: Dort kann ein schwerer Unfall, bei dem es im Reaktor zu Kernschmelze kommt, innerhalb weniger Stunden zum Durchschmelzen des Sicherheitsbehälters führen. Eine Evakuierung der Stadt Hamburg, die als Folge von solchen Unfällen in Brunsbüttel oder Krümmel nötig würde, wäre dann kaum zu realisieren. "Ein schwerer Unfall in einem deutschen Atomkraftwerk kann Millionen Opfer fordern, die Landkarte Mitteleuropas verändern und einen wirtschaftlichen Schaden in Billionenhöhe verursachen", sagte Dr. Helmut Hirsch. "Neben der oft als Rest-Risiko verharmlosten Gefahr eines Unfalls ist aber auch die schwer nachweisbare, schleichende Bedrohung durch unkontrollierte radioaktive Abgaben im unfallfreien Betrieb der AKW Grund genug, den Ausstieg aus der Atomenergie sofort zu vollziehen." Hinweis an Redaktionen: Die Kurz- und Langfassungen der Studie stehen im Internet unter http://www.bund.net/aktuell. (Langfassung nur als Download). Die Studie kann auch angefordert werden bei der: BUND-Pressestelle, Fon (0228) 40097-25, Fax: -49; mailto:presse@bund.net; Presse-Archiv im Internet: http://www.bund.net/aktuell ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ NEU: BUNDnews, der Newsletter der BUND-Pressestelle Alle BUND-Pressemitteilungen im Abonnement. http://www.bund.net/aktuell/newsletter +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ |
|
Deutsche AKWs störfallgefährdet
|
Atomenergie / Konsensgespräche Mindestens sieben deutsche AKWs sind akut störfallgefährdet BUND: Keine langfristigen Laufzeiten von Atomkraftwerken vereinbaren! Bonn, 14.1.2000: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen vor einem faulen Kompromiss mit der Atomwirtschaft gewarnt: Vereinbarungen über langfristige Reaktorlaufzeiten von 30 Jahren und mehr verschärften das Risiko von Störfällen in den Atomanlagen. Bei mindestens sieben deutschen Atomkraftwerken seien größere Störfälle jederzeit möglich. Der Reaktor Biblis A, das AKW Obrigheim, die Reaktoren in Stade, Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1 und Krümmel weisen nach BUND-Recherchen schwerwiegende Sicherheitsmängel auf. Deshalb dürften SPD und Grüne mit der Stromwirtschaft keine langfristigen Laufzeiten für Atomkraftwerke vereinbaren. Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND: "Die Klausur beider Partei-Fraktionen an diesem Wochenende muss jetzt für Klarheit sorgen. Der notwendige Schutz der Bevölkerung vor Strahlenunfällen erfordert das sofortige Abschalten der Atomkraftwerke. Laufzeiten von dreißig Jahren für diese potenziellen Atombomben sind inakzeptabel. Trittin, Fischer und Schröder dürfen sich nicht länger von der Atomindustrie vorführe n lassen. Ihre Rede sei nicht länger Ja oder Jein, sondern Nein zu jedem faulen Kompromiss." Leukämie-Erkrankungen am AKW Krümmel durch möglicherweise ausgetretetene radioaktive Partikel, der mangelhafte Schutz vor Erdbeben beim über 20 Jahre alten Atomkraftwerk Biblis, die fehlende Sicherheit am Containment und im Kühlkreislauf beim ältesten deutschen Druckwasserreaktor in Obrigheim und die starke Versprödung des Reaktordruckbehälters beim ebenfalls veralteten AKW Stade müssten zum sofortigen Abschalten führen. Die grundsätzliche Störanfälligkeit der Siedewasserreaktoren an den Standorten Brunsbüttel, Isar-1, Philippsburg-1 und Krümmel stellen weitere potenzielle Gefahren dar. Ein schwerer Unfall mit Kernschmelze in einem der Siedewasserreaktoren führt nach wenigen Stunden zum Durchschmelzen des Sicherheitsbehälters und zur Freisetzung großer Radioaktivitätsmengen. Renate Backhaus: "Falls langfristige Laufzeiten für die Atomkraftwerke vereinbart werden sollten, wird das zu einer trügerischen Sicherheit verführen, die sich die Bundesrepublik niemals leisten darf. Was der Glaube `Es wird schon alles gut gehen` anrichtet, hat vor kurzem der tödliche Atom-Unfall im japanischen Tokaimura deutlich gemacht. Beim Betrieb von Atomanlagen ist nichts gefährlicher als Routine und falsches Sicherheitsdenken. SPD und Grüne werden sich niemals entschuldigen können, wenn es in Deutschland einen Störfall gibt." Bei Rückfragen: BUND-Atomexpertin Renate Backhaus, Tel. 04131-61662 bzw. Rüdiger Rosenthal/ BUND-Pressesprecher (0171-8311051), Fon (0228) 40097-25/54, Fax: -49; eMail: presse@bund.net; Presse-Archiv im Internet: www.bund.net/aktuell |
|
Atom-Konsens-Linie inaktzeptabel
|
Atomenergie / Konsensgespräche BUND: Jetzt Anti-Atomprotest stärken und persönlichen Atomausstieg vollziehen Regierungs-Linie für Konsensgespräche zum Atomausstieg inakzeptabel Bonn, 20.1.2000: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft Bürgerinitiativen und Umweltverbände auf, nach dem gestrigen Atomkompromiss der Bundesregierung nicht in Resignation zu verfallen. Der Protest gegen die Risiken der Atomenergie müsse stattdessen weiter verstärkt werden. Der sich abzeichnende Konsens der Bundesregierung mit der Atomwirtschaft berücksichtige weder die Gefahren der Kernenergienutzung noch die ungelösten Atommüll-Entsorgungsfragen. Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND: "Laufzeiten von dreißig Jahren und mehr für die Atomkraftwerke sind vollkommen inakzeptabel. Sowohl die Atomindustrie als auch die Bundesregierung wissen, dass das für die unzähligen Bürgerinitiativen vor Ort nicht das letzte Wort sein kann. Der Anti-Atomprotest lässt sich mit einem solchen Deal zugunsten der Atomwirtschaft nicht eindämmen. Dieser Konsens wird dazu führen, dass sich der Dissens in der Atomfrage weiter vertieft." Der BUND wird weiter für ein Ausstiegsgesetz eintreten, das diesen Namen verdient. Der Atomstrom oder die Brennelemente müssen stärker besteuert, die Rückstellungen der AKW-Betreiber in einen öffentlich-rechtlichen Fonds überführt werden. Castortransporte müssen unterbleiben, solange nicht klar ist, in welches Endlager der hochradioaktive Atommüll am Ende kommen soll. Bundeswirtschaftsminister Werner Müllers Aussage vom Dienstag, der Einstieg in ein nachhaltig klimaverträgliches Energiekonzept in Verbindung mit dem Kernenergieausstieg sei eine konkret, Schritt für Schritt realisierbare Aufgabe, müsse jetzt von den Bürgerinnen und Bürgern selbs t umgesetzt werden. Renate Backhaus: "Jeder kann seinen persönlichen Atomausstieg problemlos vollziehen: Mit einem Wechsel zu Anbietern von garantiert umweltfreundlichem Strom. Wer privat aus der Erzeugung von immer mehr Strahlenmüll aussteigen will, findet inzwischen eine Reihe von Ökostromanbietern, mit denen wir diesem Ziel Schritt für Schritt näherkommen - im Dissens mit der Atomindustrie." Bei Rückfragen: BUND-Atomexpertin Renate Backhaus, Tel. 04131-61662 bzw. Rüdiger Rosenthal/BUND-Pressesprecher (mobil: 0171-8311051), Fon (0228) 40097-25/54, Fax: -49; eMail: presse@bund.net; Presse-Archiv im Internet: www.bund.net/aktuell |
|
Grüner Strom Label
|
Energie / Grüner Strom Erste "Grüner Strom Label" - Zertifikate vergeben Ökostrom bekommt ein Erkennungszeichen für glaubwürdige Angebote Berlin, 25.1.2000: Als bundesweite erste Stromanbieter haben die Naturstrom AG Düsseldorf und die ASEW Energie- und Umweltservice GmbH & Co KG Köln - ein Zusammenschluss von bisher 18 Stadtwerken mit Ökostromangeboten - das "Grüner Strom Label" erhalten. Durchgeführt hat die Zertifizierung das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg im Auftrag des Grüner Strom Label e.V.. Prof. Klaus Traube, energiepolitischer Sprecher des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Bislang war für die Verbraucher die Qualität der vielen Stromanbieter undurchschaubar. Deswegen haben BUND, EUROSOLAR und NABU die Zertifizierung von umweltverträglich erzeugtem Strom gestartet. Wir freuen uns, dass die ersten Unternehmen das "Grüner Strom Label" jetzt erhalten haben. Damit werden sie für die Stromkunden klar als glaubwürdig erkennbar." Seit der Liberalisierung des Strommarkts bieten Unternehmen gegen Aufpreis Strom aus erneuerbaren Energien - teils gemixt mit Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung - unter verschiedenen Handelsnamen an. Die Art der Erzeugung dieses "grünen" Stroms wird verschieden definiert, der Aufpreis ist unterschiedlich hoch. Die Anbieter sind herkömmliche Stromversorger, Stadtwerke und große Verbundunternehmen sowie neue unabhängige Stromerzeuger oder Stromhändler. Das neue Grüne Strom Label garantiert, dass der Mehrpreis, den Anbieter von Grünem Strom erheben, für den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien - d.h. im wesentlichen aus Windkraft, Biomasse, Photovoltaik, kleinen Wasserkraftwerken und geothermischen Anlagen - verwendet wird. Dr. Hermann Scheer, Präsident von Eurosolar: "Freiwillige, private Beiträge für grünen Strom können eine Ergänzung, aber kein Ersatz für eine umweltorientierte Energiepolitik sein. Damit kann jedoch die Markteinführung regenerativer Stromerzeugung unterstützt werden. Anbieter von grünem Strom erhalten das Label nur, wenn sie sich verpflichten, ständig in bestimmten Größenordnungen in neue regenerative Anlagen zu investieren. Anbieter, die Betreibern von Atomkraftwerken gehören, können das Label nur nach einem Ausstiegsbeschluß erhalten. Unternehmen, die gegen das Stromeinspeisegesetz für erneuerbare Energien vorgehen, erhalten das Label mangels Glaubwürdigkeit nicht. " Das Label wird in zwei Versionen erteilt: in Gold für ausschließlich aus erneuerbaren Quellen stammenden Strom, und in Silber für Strom, dem maximal die Hälfte Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung beigemischt wird. Dabei geht es nicht um eine Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, sondern darum, die Lieferung von Grünem Strom zu erleichtern und den Aufpreis zu senken. In beiden Fällen muß mindestens ein Prozent des Grünen Stroms aus der zur Zeit noch besonders teuren, aber zukunftsfähigen Photovoltaik erzeugt werden. Aus fester Biomasse erzeugter Strom wird ausgeschlossen, wenn es sich um nicht naturbelassene Bioabfälle handelt oder um Biomasse, die nicht den Kriterien des ökologischen Anbaus entspricht. Strom aus großen Wasserkraftwerken (mit über 10 Megawatt elektrischer Kapazität) wird nicht als Grüner Strom anerkannt, damit der Ökostrommarkt nicht mit konventionellem Wasserkraftstrom überschwemmt wird. Das Grüne Strom Label können Lieferanten erhalten, die Grünen Strom an Endkunden verkaufen und Anbieter, die von Endkunden auf deren konventionellen Strombezug Abgaben erheben, um sie in regenerative Energieanlagen zu investieren. Zertifizierte Anbieter sind autorisiert, auch ihren Kunden Grüne Strom Label zu erteilen, wenn diese vollständig (im Fall gewerblicher Betriebe zu mindestens 25%) Grünen Strom beziehen. Unregelmäßigkeiten können zum Entzug des Labels führen. Um eine mehrfache Vermarktung von Grünem Strom zu unterbinden, werden die Herkunftsnachweise ins Internet gestellt. Auf der Basis einer Vereinbarung über Bewertungskriterien für Grünen Strom gründete sich 1999 der Verein Grüner Strom Label e.V. . Gründungsmitglieder waren: BUND, Bund der Energieverbraucher, Deutscher Naturschutzring DNR, Die Verbraucher Initiative, EUROSOLAR, IPPNW, NABU und die Naturwissenschaftler-Initiative. Weitere Umwelt- und Verbraucherverbände können dem Verein beitreten. Außer dem Grünen Strom Label zertifizieren die Technischen Überwachungs-Vereine (TÜV) Strom aus erneuerbaren Energien, zudem entwickelte das Öko-Institut im Auftrag der Bremer Energie-Konsens GmbH ein Zertifizierungsverfahren. Bei Rückfragen: Prof. Klaus Traube / energiepolitischer Sprecher des BUND, Dr. Hermann Scheer / Präsident von EUROSOLAR, Tel. 030-227-75527 Rüdiger Rosenthal/ BUND-Pressesprecher (Mobil: 0171-8311051), Tel. 0228-40097-25/54, Fax: -49; eMail: presse@bund.net; Presse-Archiv im Internet: www.bund.net/aktuell |
|
Castor-Transporte
|
Atomenergie / Castortransporte BUND: Genehmigung der Castor-Transporte vor Atomkonsensrunde ist Kapitulation der Bundesregierung vor Atomindustrie Bonn, 25.1.2000: Die Genehmigung von Castor-Transporten wenige Tage vor der nächsten Atomkonsensrunde bezeichnet der Bundesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Dr. Gerhard Timm, als "Zeichen der Kapitulation der Bundesregierung vor der Atomindustrie". "Mit der Wiederaufnahme der Castor-Transporte wird das Karussell der Atommüllverschiebung wieder in Gang gesetzt. Alle wissen, dass Castor-Transporte die Lösung des Atommüllproblems nur hinauszögern. Hinzu kommt das Gefährdungspotenzial in Großstädten und dicht besiedelten Regionen durch den Bahn- und Straßentransport des radioaktiven Mülls. Die Bundesregierung wäre besser beraten, die nächste Atomkonsensrunde für die einzig denkbare Lösung des Atommüllproblems zu nutzen und das sofortige Abschalten der Atomkraftwerke durchzusetzen", sagte Timm in Bonn. Im Gegensatz zu den Aussagen der Betreiber der Atomkraftwerke hält der BUND die Transportbehälter für den hochradioaktiven Müll weiterhin für nicht sicher. Es sind auch in Zukunft Kontaminationen und erhöhte Strahlenwerte außerhalb der Castoren zu erwarten. Zudem haben mehrere Studien die unzureichenden Tests der Transportbehälter bei schweren Bahn- oder Straßenunfällen nachgewiesen. Bei Rückfragen: BUND-Bundesgeschäftsführer Dr. Gerhard Timm bzw. Rüdiger Rosenthal/BUND-Pressesprecher (mobil: 0171-8311051), Tel. 0228- 40097-25/54, Fax: -49; eMail: presse@bund.net; Presse-Archiv im Internet: www.bund.net/aktuell |
|
AKWs bei Störfällen extrem unterversichert
|
Atomenergie / Versicherungen versiko: Atomkraftwerke sind bei Störfällen extrem unterversichert / BUND-Internet-Aktion für Stilllegung emnid: Deutsche wiegen sich in trügerischer Sicherheit Bonn, 1.2.2000: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, in der Atomkonsensrunde am 4. Februar die Stilllegung der deutsche Atomkraftwerke durchzusetzen. Angesichts angekündigter Laufzeiten der Atommeiler von 30 Jahren und mehr würde sich das Risiko nicht wieder gut zu machender Schäden vervielfachen, eine Deckungsvorsorge für die Folgekosten nach einem AKW-Störfall sei jedoch nicht vorhanden. Frank Kittel, Produktförderer bei der versiko-Finanzdienstleistungen AG Düsseldorf, hat das hohe Risikopotenzial beim Betrieb von Atomkraftwerken und die Deckungsvorsorge nach einem Störfall untersucht. Kittel: "Das Ergebnis ist eindeutig: Die deutsche Atomwirtschaft ist extrem unterversichert. Verglichen mit den Schadenfolgen der Flutkatastrophe in China 1998 oder des Tschernobyl-GAUs müsste die Versicherungssumme pro AKW realistisch bei rund 350 Millionen Mark jährlich liegen. Bei 19 deutschen Atomkraftwerken und Laufzeiten von 30 Jahren sind das insgesamt 200 Milliarden. Mit diesen notwendigen Versicherungskosten ist Atomstrom nicht mehr konkurrenzfähig." In einer Prognos-Studie (Prognos Basel 1992) wird die Umlage auf den Strompreis durch eine ausreichende Deckungsvorsorge auf zirka eine Mark pro Kilowattstunde geschätzt. Im rot-grünen Koalitionsvertrag war eine Erhöhung der Deckungsvorsorge vereinbart worden. Das war auch Bestandteil des Entwurfes eines neuen Atomgesetzes vom Januar 1999, der jedoch bisher nicht im Bundestag behandelt wurde. Die bisherige Deckung war darin als "angesichts der möglichen Schäden unzureichend" bezeichnet worden. Der Entwurf sah für die "deutlich spürbare Verbesserung des Opferschutzes" eine Aufstockung der Deckungsvorsorge von 500 Mio DM auf 5 Mrd DM pro AKW-Störfall vor. Falls eine solche Erhöhung bei der Versicherungswirtschaft nicht erreicht worden wäre, sollte die Übernahme der Deckung durch die Bundesregierung erfolgen (Bundesdeckung). Auch in diesem Fall sollten die AKW-Betreiber jedoch dafür bezahlen. Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstandes: "Die Gewinne aus dem Atomstromverkauf werden privatisiert, die Risiken werden der Gesellschaft aufgebürdet. Bundesregierung und Atomindustrie wissen, dass es neben unvorstellbaren Strahlenschäden nach einem Störfall für die Opfer auch keine materielle und finanzielle Wiedergutmachung geben wird. Jedes Auto muss im Straßenverkehr ausreichend versichert sein, die gefährlichen Atomanlagen sind es nicht. Grund genug, sie schnellstens stillzulegen." Bezüglich des Versicherungsschutzes vor den Folgen atomarer Störfälle wiegen sich die Deutschen in trügerischer Sicherheit: Nach einer vom BUND in Auftrag gegebenen emnid-Umfrage vertrauen über 65 Prozent der Deutschen darauf, dass Schäden nach AKW-Störfällen mit mehr als 500 Millionen Mark versichert sind. Knapp 30 Prozent der Befragten sind sogar der Überzeugung, dass mehr als 500 Milliarden Mark als Versicherungssumme zur Verfügung stehen würden. Nur 18 Prozent der Bevölkerung gehen von der tatsächlichen Versicherungssumme von 500 Millionen Mark aus. Der BUND startet heute eine Internet-Aktion, bei der Atomgegner virtuelle Protest-Postkarten an Bundeskanzler Schröder, Wirtschaftsminister Müller, Umweltminister Trittin, Außenminister Fischer, Justizministerin Däubler-Gmelin sowie die Vorstandsvorsitzenden der Atomkraftwerksbetreiber RWE (Kuhnt), VEBA (Hartmann), VIAG (Simson) und Energiewerke Baden-Württemberg (Goll) senden können. Unter dem Motto "Schützt uns - nicht die Atomkraft!" können sie unmittelbar vor der Atomkonsensrunde den Sofortausstieg aus der gefährlichen Atomenergie fordern (www.bund.net/atomausstieg). Bei Rückfragen: Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstandes oder Rüdiger Rosenthal/ BUND-Pressesprecher (0171-8311051), Fon (0228) 40097-25/54, Fax: -49; eMail: presse@bund.net; Presse-Archiv im Internet: www.bund.net/aktuell |
|
Atomkonsensrunde
|
Atomstromer wollen mit Kontingenten Reform der Energiewirtschaft blockieren |
|
BUND fordert sofortigen Atomausstieg
|
Presseerklärung zum Bundesparteitag der GRÜNEN in Karlsruhe BUND Baden-Württemberg fordert sofortigen Atomausstieg Von Freitag bis Sonntag findet in Karlsruhe der Bundesparteitag von Bündnis 90 / Die GRÜNEN statt. Ein zentrales Thema dieses Parteitages ist der Atomausstieg. Zu diesem wichtigen Thema nimmt die Landesvorsitzende des überparteilichen Umwelt- und Naturschutzverbandes BUND, Frau Dr. Brigitte Dahlbender, wie folgt Stellung : "Der BUND begrüßt es, dass sich die GRÜNEN auf ihrem Bundesparteitag in Karlsruhe mit dem drängenden Thema des Atomausstieges beschäftigen. 25 Jahre nach der Bauplatzbesetzung in Wyhl kommen damit die GRÜNEN zu ihren Wurzeln in Baden-Württemberg zurück." Der BUND, als große überparteiliche Umweltorganisation, fordert den sofortigen Ausstieg aus dieser lebensbedrohenden Technologie. Zu den gefährlichsten Atomanlagen, die sofort abgeschaltet werden sollten, zählt das altersschwache AKW Obrigheim. Zentrale Forderung an die rot-grüne Bundesregierung ist die Unumkehrbarkeit des Ausstiegsbeschlusses. Rot-grüne Regierungen haben eine kürzere Halbwertszeit als Plutonium, und darum muss der Ausstieg so geregelt werden, dass bereits jetzt die Weichen für eine umweltverträgliche, zukunftsfähige Energieproduktion gestellt werden. Und dies kann nur ohne Atomstrom sein. Die zögerliche Haltung der Rot/Grünen Bundesregierung in Sachen Atom ist unverständlich. Gerade die GRÜNEN, die gemeinsam mit den Umweltverbänden seit vielen Jahren für den Sofortausstieg eingetreten sind, haben hier eine besondere Verantwortung. "Im Gegensatz zur veröffentlichten Meinung sind aber nicht die GRÜNEN und Herr Trittin das Hauptproblem, sondern die Atomparteien CDU und FDP, und die Herren Stoiber und Teufel, die ihre offensichtlich falschen Versprechungen nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl schnell vergessen haben", so Brigitte Dahlbender. Der Atomausstieg muß schnell angegangen und konsequent abgeschlossen werden, damit endlich auch die anderen wichtigen Naturschutz- und Umweltthemen angepackt werden. Die GRÜNEN sollten in Zukunft verstärkt die nachhaltige Entwicklung dieses Landes, die Verkehrswende, die Energiewende, den immer noch ungezügelte Flächenverbrauch und die Fortentwicklung eines effizienten Naturschutzes anpacken und umsetzen. |
|
Offener Brief an Grünen-Parteitag
|
Atompolitik / Grüner Parteitag Zum Grünen-Parteitag: BUND-Bundesvorsitzende richtet Offenen Brief zum Atomausstieg an Delegierte Berlin/Karlsruhe, 17.3.2000: Enttäuscht über die Atompolitik der rot-grünen Regierung zeigt sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in einem heute publizierten Offenen Brief an die Delegierten des Grünen-Parteitages. Die BUND-Bundesvorsitzende Angelika Zahrnt habe den Eindruck, die rot-grünen Koalitionäre hätten Angst vor den eigenen Courage bekommen und wollten die Chance zum Atomausstieg nicht mehr ergreifen. Statt das Recht der Menschen auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit und das Recht künftiger Generationen auf Schutz ihrer Lebensgrundlagen durchzusetzen, starre Rot-Grün "wie ein Regierungs-Kaninchen auf die drohende Entschädigungs-Schlange". Die Regierung biete der Atomwirtschaf t kein Paroli. Angelika Zahrnt: "Statt das Wohl der Menschen vor alle anderen Überlegungen zu stellen, wird in den `Konsensgesprächen`mit den AKW-Betreibern wie auf einem Basar darüber verhandelt, welche Laufzeiten oder Atom-Strom-Kontingente wirtschaftlich akzeptabel sind. Für den BUND gehört zu einem Atomausstieg selbstverständlich auch das sofortige Ende der Wiederaufarbeitung, sei es in Sellafield oder La Hague, sowie das in der Koalitionsvereinbarung festgeschriebene Moratorium für Gorleben. Wir bedauern sehr, dass auch hier offensichtlich die Atomindustrie den Gang der Dinge bestimmt. Der Verdacht liegt nahe, dass die Bundesregierung die Koalitionsvereinbarung selbst nur als unverbindliche Absichtserklärung betrachtet." Der BUND lehnt in dem Offenen Brief sowohl AKW-Laufzeiten von 30 Jahren als auch eine "flexible Ausgestaltung der Laufzeiten einzelner Anlagen" ab. Kritik übt die BUND-Vorsitzende außerdem an den durch Rot-Grün erteilten Hermes-Bürgschaften zum Bau neuer Atomkraftwerke im Ausland für die Firma Siemens. Zahrnt: "Wo bleibt das Primat der Politik für eine verantwortliche und umweltverträgliche Energiepolitik? Wo bleibt der Schulterschluss mit den Verbänden, Initiativen und WissenschaftlerInnen, die seit Jahren für den Ausstieg kämpfen?" Der BUND fordert die Delegierten des Parteitages auf, sich für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie zu entscheiden. Anderenfalls müssten die Grünen zusammen mit der SPD die volle und unbegrenzte Haftung für alle Folgeschäden übernehmen, die die Nutzung der Atomkraft jetzt und in Zukunft mit sich bringe. Den Delegierten werden Versicherungsscheine einer "Rot-Grünen Versicherungsgesellschaft" übergeben, in denen für SPD und Bündnis 90/Die Grünen die unbegrenzte persönliche Haftung für die Folgeschäden aus dem Betrieb von Atomkraftwerken festgehalten ist. Bei Rückfragen: Walter Jungbauer, BUND-Atomexperte, in Karlsruhe: 0172-3260691 oder BUND-Pressestelle, Rüdiger Rosenthal / Tel. 030-275864-25 (0171-8311051) Fax: -49; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv:http://www.bund.net/aktuell |
|
Atomkonsens-Debatte
|
16.4.2000 / pm 38 Atom / Energiekonsens BUND: Scheinheilige Atomdebatte bei CDU und CSU - angeblicher Entsorgungskonsens ist eine Schimäre Berlin, 16.4.2000: Als scheinheilig und durch nichts zu rechtfertigen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Forderung von CDU und CSU nach Mitsprache beim Atomausstieg bezeichnet. Die beiden Parteien hätten in sechzehn Jahren Regierungsbeteiligung nichts zur Lösung der Besorgnis erregenden Atommüllprobleme und zur Energiewende beigetragen. Damit hätten sie jede Glaubwürdigkeit verspielt, bei der Suche nach einem Ausweg aus dem entstandenen Entsorgungsdilemma konstruktiv mitwirken zu können. Walter Jungbauer, Atomexperte des BUND: "Wenn Angela Merkel und Edmund Stoiber jetzt einen angeblich existierenden Entsorgungskonsens beschwören, zeigt das nur, dass die frühere Umweltministerin nichts aus den Castorskandalen gelernt hat. Auch Bayern verschiebt seinen Atommüll am liebsten per Castor in andere Bundesländer. Merkel und Stoiber wollen nur eins: Gefährliche Atomkraftwerke weiterbetreiben und den Strahlenmüll anderen in die Schuhe schieben. Ihr angeblicher Entsorgungskonsens ist nichts als eine Schimäre." Der BUND hält den Vorwurf der Konzeptionslosigkeit in der Atomfrage von Seiten der CDU und CSU gegen die Bundesregierung für ungerechtfertigt. Gerade diese beiden Parteien hätten sehenden Auges und wider besseren Wissens Deutschland in die atompolitische Sackgasse hinein manövriert. Jungbauer: "Wer wie Merkel und Stoiber immer noch glaubt, nicht existierende Endlager lösten das Atommüllproblem und Atomkraftwerke dienten dem Klimaschutz zeigt nur sein ewig gestriges Denken. Ganze Bücherregale voll mit Studien für eine Energiewende beweisen das Gegenteil. CDU und CSU sollten diese erstmal zur Kenntnis nehmen, bevor sie wieder in der Atomdebatte ernst genommen werden wollen." Der BUND unterstützt Bundesumweltminister Trittin in seiner Ablehnung einer Beteiligung von CDU und CSU an den Atomausstiegsverhandlungen. Der BUND hält den von der Bundesregierung eingeschlagenen Weg zu mehr Energieeinsparung und für eine verstärkte Förderung erneuerbarer Energien für richtig. Dabei gebe es jedoch noch viele Reserven, die es im Sinne eines schnelleren Atomausstiegs zu nutzen gelte. Bei Rückfragen: Walter Jungbauer / BUND-Atomexperte / Tel. 030-275864-0 oder BUND-Pressestelle: Rüdiger Rosenthal / Tel. 030-275864-25, Fax: -49; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell |
|
Tschernobyl-Tag
|
BBU, BUND, Greenpeace und NABU: Tschernobyl ist Mahnung für schnellen Atomausstieg Berlin, 25.4.2000: Anlässlich des morgigen 14. Jahrestages der Tschernobylkatastrophe fordern die Umweltverbände BBU, BUND, Greenpeace und NABU eine Beschleunigung des Atomausstiegs. Der anvisierte Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Energiewirtschaft mit Reaktorlaufzeiten über dreißig Jahren drohe die Gefahren der Atomenergie zu verdecken. Die Umweltverbände warnen vor dem Selbstbetrug einer angeblichen Sicherheit deutscher Atomkraftwerke. Ein langsamer Atomausstieg sanktioniere die zunehmenden ökologischen und gesundheitlichen Schäden durch den Betrieb der Atomanlagen. Angelika Zahrnt, BUND-Vorstandsvorsitzende: "Tschernobyl ist eine deutliche Mahnung gegen die Verzögerung des Atomausstiegs. Seit der ukrainische Reaktor explodierte, haben deutsche Atomkraftwerke zusammengenommen bereits weitere 250 Jahre Laufzeit hinter sich. Die Wahrscheinlichkeit schwerer Zwischenfälle und Reaktorunglücke steigt auch in westlichen Atomanlagen stetig. Tokaimura in Japan, Sellafield in Großbritannien und verstrahlte Castoren in Deutschland sind nur die bekanntesten Fälle, Leukämien bei Kindern, Krebs bei Atomarbeitern und Strahlentote durch den Uranabbau die weniger bekannten. Ein sofortiger Atomausstieg ist nötig und auch möglich." Eduard Bernhard, Atomexperte des BBU: "Wenn Kanzler Schröder der Atomwirtschaft weiter entgegenkommt, wird der Atomausstieg hinausgezögert solange es irgend geht. Das zeigt auch der Versuch der Stromkonzerne, fiktive Laufzeiten des ohne Genehmigung auf einer Erdbebenspalte am Rhein errichteten AKWs Mülheim-Kärlich auf die Gesamtlaufzeiten draufzuschlagen. Mit allen Tricks verzögern die Atommanager den Abschied von dieser Risikotechnologie. Deswegen muss der Protest der Bevölkerung die Bundesregierung auf den Sofortausstieg verpflichten." Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland: "Rot-Grün redet viel von Ausstieg, will den letzten Reaktor aber erst in frühestens 20 Jahren vom Netz nehmen. Und noch mindestens fünf Jahre lang sollen hunderte Tonnen deutschen Atommülls zur Wiederaufarbeitung nach La Hague und Sellafield gebracht werden. Dabei werden Meer, Land und Menschen radioaktiv verseucht und noch mehr Müll entsteht, als angeliefert wurde. Rot-Grün könnte diesen Irrsinn sofort und ohne Entschädigungszahlungen beenden. Stattdessen erkennt die Bundesregierung diese systematische Verseuchung der Umwelt noch immer als Entsorgung an. Das ist und bleibt ein Skandal." Jochen Flasbarth, NABU-Präsident: "Spätestens seit dem Atomunfall in Tokaimura sollte auch den letzten Kernkraftbefürwortern klar sein, dass eine so gefährliche wie kostspielige Technik wie die Atomkraft in Deutschland und weltweit keine Zukunft hat. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energieformen. Wenn Deutschland hier führend sein will, muss der Atomausstieg so schnell wie möglich kommen, damit sich die neuen Technologien der Stromerzeugung schneller durchsetzen können." Rückfragen bei: BUND-Pressestelle: Rüdiger Rosenthal, Tel. 030-275864-25, Fax -49; Greenpeace: Veit Bürger, Tel. 0171-8780821; NABU-Pressestelle: Bernd Pieper, Tel. 0228-9756141/2; BBU-Geschäftsstelle: Eduard Bernhard, Tel. 0228-214032 |
|
AKWs nicht sicher
|
Wer an die Sicherheit der Bevölkerung denkt, muss aus der Atomkraftnutzung sofort aussteigen BUND Hessen und Baden-Württemberg widersprechen den Umweltministern Dietzel und Müller: Deutsche Atomkraftwerke sind nicht sicher, sondern haben gravierende Sicherheitsmängel. Als Täuschung der Öffentlichkeit wider besseren Wissens werten der hessische und der baden-württembergische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die heutige gemeinsame Pressemeldung der Umweltminister der Länder Hessen und Baden-Württemberg, Wilhelm Dietzel und Ulrich Müller, zur Sicherheit der Atomkraftnutzung in Deutschland. "Wenn ausgerechnet Minister Dietzel von den deutschen Atomkraftwerken als den sichersten der Welt spricht, dann scheint er vergessen zu haben, dass das AKW Biblis im Jahre 1987 nur ganz knapp und nur durch Zufall an einem Supergau vorbeigeschrammt ist", kommentiert Brigitte Martin, Vorstandssprecherin des BUND Hessen und ergänzt, "noch immer wird das AKW Biblis als einzige Atomkraftwerk in Deutschland ohne externe Notstandswarte betrieben, die bei Zerstörung wichtiger Anlagenteile die Nachwärmeabfuhr sicherstellen und damit eine Kernschmelze verhindern soll." "Auch Minister Müller sollte sich mit Äußerungen über die Sicherheit deutscher Atomkraftwerke lieber zurückhalten", kritisiert die Vorsitzende des BUND Baden-Württemberg, Brigitte Dahlbender, "immerhin ist in Baden-Württemberg mit dem AKW Obrigheim das älteste der noch in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke am Netz und das einzige dazu, dessen Kühlkreislauf nur über zwei Stränge verfügt." Die beiden Landesverbände des BUND kritisieren besonders die Aussage der Umweltminister, dass nicht bekannt sei, wie der Strombedarf in Deutschland gedeckt werden solle, wenn die angeblich so sicheren deutschen Atomkraftwerke "aus ideologischen" Gründen abgeschaltet würden. "Die Herren Minister Dietzel und Müller haben anscheinend jahrelang geschlafen und sollten nun mit unserer Nachhilfe zur Kenntnis nehmen, dass die Konzepte zum Atomausstieg längst vorliegen", halten Brigitte Martin und Brigitte Dahlbender den beiden CDU-Umweltministern entgegen. Nach der Atomreaktorkatastrophe von Tschernobyl sind zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen veröffentlicht worden, die zeigen, dass der Atomstrom kurzfristig oder wie vom BUND gefordert sogar so gut wie sofort ersetzbar ist:
"Die Alternativen zur deutschen Atomkraftnutzung sind gerade nicht Atomstromimporte aus Frankreich oder Osteuropa", betonen die beiden BUND-Sprecherinnen, "sondern vor allem "Die Atomkatastrophe in Tschernobyl, der Atomunfall im japanischen Tokaimura, die skandalösen Vorfälle von Sellafield in Großbritannien, verstrahlte Castoren in Deutschland, Leukämien bei Kindern, Krebs bei Atomarbeitern und Strahlentote durch den Uranabbau sollten Mahnung und Warnung genug sein. Ein sofortiger Atomausstieg ist nötig und auch möglich," so Brigitte Martin und Brigitte Dahlbender abschließend. |
|
Hanauer Atomfabrik nicht nach Russland
|
19.5.2000 / pm 48 Atom / Plutonium BUND und BBU gegen Export der Hanauer Siemens-Atomfabrik nach Russland Berlin, 19.5.2000: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) lehnen den Plan der Verlagerung der Hanauer Plutonium-Fabrik nach Russland ab. Stattdessen fordern sie eine sichere Endlagerung des russischen Waffenplutoniums unter internationaler Kontrolle. Die von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen heute einberufene Expertenrunde darf nach Auffassung der Umweltverbände kein grünes Licht für die Einführung der zivilen Plutoniumwirtschaft in Russland geben. Die Herstellung von sogenannten MOX-Brennelementen mit Hilfe der Hanauer Atomfabrik sei kein Beitrag zur sicheren Entsorgung der mehr als 50 Tonnen Waffenplutonium aus russischen Atomsprengköpfen. BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm: "Ein Einbau des Waffenplutoniums in Brennelemente für die Atomindustrie hieße den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen. Die Bevölkerung Europas wäre weiteren zusätzlichen Gefahren durch die Atomkraftwerke ausgeliefert, die Sicherheit vor Plutoniumschmuggel würde weiter verringert. Nur eine internationale Kontrolle des Waffenplutoniums begrenzt seine Gefährlichkeit." BUND und BBU fordern die russische und westliche Regierungen auf, das Waffenplutonium mit den vorhandenen modernsten Verfahren behandeln zu lassen und endzulagern. Dafür eignet sich nach Expertenmeinung wahrscheinlich ein Einschluss in Glaskokillen oder in speziellen Lagerstäben am Besten. Eduard Bernhard, Sprecher des BBU: "Russland braucht sowieso ein Endlager für seine riesigen Mengen an gefährlichem Atommüll. Der Westen muss bei der Suche und bei seiner Einrichtung helfen, damit das Erbe der atomaren Blockkonfrontation gemeinsam entschärft wird." BUND und BBU lehnen eine Förderung der russischen Atomindustrie durch die Weiterverarbeitung und Wiederverwendung des Waffenplutoniums ab. Stattdessen verlangen beide Umweltverbände die Entwicklung von Programmen, um Alternativen zur Atomenergie auszubauen. Bei Rückfragen: Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstands / Tel. 04131-61662, Walter Jungbauer / BUND-Atomexperte / Tel. 030-27586-400 oder BUND-Pressestelle: Rüdiger Rosenthal / Tel. 030-27586-425, Fax: -449; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv:http://www.bund.net/aktuell |
|
BUND gegen "Gläsernes AKW"
|
Atomenergie / Tag der Offenen Tür Freizeitpark Atomkraftwerk? BUND: Atomstromer wollen mit "Gläsernem AKW" Risiken verharmlosen Berlin, 26.5.2000: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft der Atomwirtschaft vor, sie wolle mit ihrer morgigen Aktion "Gläserne Kernkraft an 15 Atomstandorten" die Risiken und Folgen des Betriebs der 19 Reaktoren in Deutschland verschleiern. Die zu einem "Tag der Offenen Tür" in die Atomkraftwerke eingeladenen Familien sollten sich nach BUND-Auffassung den radioaktiv strahlenden Atomfabriken und den dort abgestellten Castorbehältern nur mit Bleischürzen, Geigerzählern und Jodtabletten im Gepäck nähern. Besser als das Betreten der hochgefährlichen Reaktoranlagen sei jedoch ein Besuch der milliardenteuren Atomruine des Schnellen Brüters in Kalkar, heute ein Freizeitpark. Dort werde deutlich, dass die deutsche Atomwirtschaft bereits Fehlinvestitionen von über 20 Milliarden Mark verantworte, die beim Ausbau regenerativer Stromkapazitäten besser angelegt gewesen wären. Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstandes: "Das Bild der Gläsernen Kernkraft ist nicht ganz falsch. Glas bricht oft und schnell, auch Atomkraftwerke sind fragil und störanfällig. Statt geputzter Besucherpavillions und gewienerter Schaltzentralen sollte die Atomindustrie der Öffentlichkeit auch die radioaktiven Brennelemente-Lager und strahlenden Atommüll-Halden zeigen. Und wenn der Stromkunde Glasnost bei den Kosten für den Atomstrom und dessen gefährliche Hinterlassenschaften fordern würde, wäre klar, dass preisgünstige und umweltfreundliche Alternativen gefragt sind." Der BUND sieht in der morgigen Aktion "Gläsernes Atomkraftwerk" den untauglichen Versuch, dem Auslaufmodell Atomenergie ein positives Image zu verschaffen. Stattdessen seien zukunftsfähige Arbeitsplätze und ein energischer Strukturwandel die angemessenen Antworten auf das Auslaufen der Atomenergienutzung. Länderregierungen und Wirtschaftsverbände sollten sich diesen Problemen stellen und sie offensiv angehen, statt ihnen auszuweichen. Renate Backhaus: "Die Regierungs- und Kommunalpolitiker müssen ihre Hausaufgaben machen und die Debatte um die Zukunft der Atomstandorte führen. Der Umbau der Energiewirtschaft für mehr Klima- und Ressourcenschutz ist eine Herausforderung, die nicht auf die lange Bank geschoben werden darf. Es wird die Atomstandorte mit unnötig schwerer Wucht treffen, wenn nicht jetzt die Weichen für eine moderne Infrastruktur auf der Basis erneuerbarer Energien gestellt werden." Bei Rückfragen: Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstandes / Tel. 04131-61662 oder Rüdiger Rosenthal/ BUND-Pressesprecher/ Tel. 030-27586-425, Fax: -449; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell |
|
Ergebnis des Energiedialogs unbefriedigend
|
Ergebnis des Energiedialogs unbefriedigend - Umweltverbände für konsequente Energiewende Berlin, 5.6.2000: Nachdem vor rund drei Wochen die großen deutschen Umweltverbände ihre Mitarbeit am "Energiedialog 2000" wegen inhaltlicher Differenzen bereits aufgekündigt hatten, äußerten heute verschiedene Organisationen Unzufriedenheit mit dem Ergebnis des vom Bundeswirtschaftsminister ins Leben gerufenen Gremiums. Die Umweltverbände BUND und BBU, die Naturfreunde, die Bäuerliche Gesellschaft Nordwestdeutschland sowie die IG Metall - die sich zur "Energieallianz" zusammengeschlossen haben - glauben nicht, dass das Abschlussdokument des "Energiedialogs 2000" dazu beiträgt, das Klimaschutzziel einer 25prozentigen Minderung von Kohlendioxid-Emissionen bis 2005 in Deutschland zu erreichen. Angelika Zahrnt, Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte vor allem die fehlende Langfristigkeit bei der Förderung regenerativer Energien im Abschlussdokuments des "Energiedialogs 2000". Zahrnt: "Den dramatischen Klimaveränderungen als Folge unserer verschwenderischen Energiepolitik können wir nur begegnen, wenn wir erneuerbaren Energien den Vorrang geben. In Forschung, Produktion und Förderung von Energieanlagen sind dringend Paradigmenwechsel nötig: Hin zur konsequenten Bevorzugung von Wind-, Solar- und Biomasseanlagen und zur gezielt gewollten Benachteiligung veralteter und umweltfeindlicher Energiestrukturen." Michael Müller MdB, Vorsitzender der NaturFreunde, konkretisierte: "Die Zukunftsmärkte Einsparen und Erneuerbare Energien werden heute von einer ineffizienten Versorgungs- und Verbundwirtschaft blockiert. Deshalb ist eine Richtungsentscheidung notwendig. Das Potenzial ist da: Allein im April wurden vier Mal mehr Anträge für Photovoltaik gestellt als im ganzen Jahr 1999. Selbst die Befürworter der Atomenergie müssen endlich akzeptieren, dass es innovative ökologische Alternativen gibt." Wolfgang Kühr, energiepolitischer Sprecher des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU): "Statt die überkommene Energiestruktur in die Zukunft fortzuschreiben, wie dies der `Energiedialog 2000` empfiehlt, brauchen wir jetzt den Einstieg in eine umweltfreundliche, sozial verträgliche und Ressourcen schonende Energieversorgung. Wir brauchen ein breites gesellschaftliches Bündnis für den Durchbruch regenerativer Energieträger und der effizienten Energienutzung. Auf europäischer Ebene brauchen wir die Schaffung einer europäischen Solargemeinschaft." Auf nationaler Ebene sollten nach Auffassung der Verbände alle denkbaren Möglichkeiten zur Energiewende genutzt werden. Gerlinde Wiese, Bäuerliche Gesellschaft Nordwestdeutschland: "Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass der ökologische Landbau sowohl hinsichtlich der Energieeffizienz als auch bei der Schaffung von Arbeitsplätzen dem konventionellen Landbau überlegen ist. Er sollte deshalb eine Leitbildfunktion für die Zukunft der Landwirtschaft haben. Der Ökolandbau hat in Deutschland das Potenzial, die Klimabelastungen um mindestens ein Drittel zu reduzieren." Georg Werckmeister von der Industriegewerkschaft Metall: "Der Energiedialog hat die Chance nicht ausreichend genutzt, den Weg zu einer wirklich zukunftsgerichteten Energieversorgung ohne Umwelt- und Klimaschäden zu eröffnen. Der massive Abbau von Arbeitsplätzen in den konventionellen Energien muss - wenigstens zum Teil - durch den forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien aufgefangen werden. Rund eine halbe Million Arbeitsplätze könnten nach Schätzungen der Verbände im Bereich erneuerbare Energien in Deutschland neu entstehen. Voraussetzung dafür seien jedoch klare Programme und Förderstrukturen, der politischen Wille der Bundesregierung und verstärkte Anstrengungen der Energiewirtschaft. Bei Rückfragen: Matthias Seiche, Bund-Referent für Energiefragen, Tel. 030-27586-433 oder Rüdiger Rosenthal/ BUND-Pressesprecher (0171-8311051)/ Tel. 030-27586-425, Fax: -449; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv:http://www.bund.net/aktuell |
|
BUND fordert Steuer auf Atombrennstoff
|
BUND: Privilegierung von Atomstrom beenden! / Besteuerung von Atombrennstoff beschleunigt Ausstieg Berlin, 14.6.00: Unmittelbar vor der entscheidenden Atomkonsensrunde zwischen den Stromunternehmen und Bundeskanzler Schröder hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Aufhebung der steuerlichen Begünstigung für Atombrennstoff gegenüber anderen Energieträgern verlangt. Der zu erwartende Kompromiss zwischen Bundesregierung und Atomwirtschaft beende leider nicht die fortgesetzte direkte Subventionierung des Atomstroms, so der BUND. Ein solcher Atomkonsens verschleiere entscheidende ökonomische Tatsachen und schädige deshalb den Wirtschaftsstandort Deutschland. Prof. Klaus Traube, BUND-Energieexperte: "Ein Atomkonsens, der die fehlende Besteuerung des Atombrennstoffes festschreibt, zementiert die veraltete Struktur der Stromerzeugung. Die Bundesregierung muss die steuerliche Bevorzugung des Atombrennstoffes abschaffen, damit ökonomische Faktoren den schnelleren Atomausstieg erzwingen. Dreißig und mehr Jahre garantierte steuerbegünstigte Laufzeit für Atomkraftwerke verzerren den Strommarkt und sind allein aus wirtschaftlichen Gründen inakzeptabel, ganz abgesehen von den Sicherheitsrisiken und ungelösten Atommüllproblemen." Atomstrom wird vielfach subventioniert. Z.B. durch die extrem niedrige Deckungsvorsorge gegen Atomunfälle, durch enorme steuerfreie Rückstellungen und vor allem auch durch die Steuerfreiheit für atomaren Brennstoff. Die Forderung nach einer Befreiung des Brennstoffes Gas beim Einsatz in hocheffizienten Gas- und Dampfkraftwerken hatte vor einem Jahr einen heftigen Streit in der rot-grünen Regierung provoziert. Die Atomindustrie hingegen setzt auf die Festschreibung der Steuerfreiheit des Atombrennstoffes im Atomkonsens. Nach BUND-Auffassung würde die Aufhebung der ökonomischen Privilegien für die Atomwirtschaft den Ausstieg aus dieser Energieform erheblich beschleunigen. Bei den dann entstehenden Rahmenbedingungen würden die Atomkraftwerke schon aus wirtschaftlichen Gründen die im Atomkonsens anvisierten Laufzeiten von 30 und mehr Jahren nicht erreichen. Für den BUND beschreibt der Atomkonsens deshalb keinen Atomausstieg, sondern lediglich die Absicherung des Weiterbetriebs der Atomanlagen. Damit würden die Atommüllprobleme weiter verschärft und das Risiko schwerer Störfälle erhöht. Bei Rückfragen: Rüdiger Rosenthal/ BUND-Pressesprecher (0171-8311051)/ Tel. 030-27586-425, Fax: -449; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv:http://www.bund.net/aktuell |
|
Atomkonsens-Bewertung des BUND
|
Atomkonsens Atomkonsens ist Geschenk an Atomindustrie / BUND: Aus für Atomstrom jetzt ökonomisch durchsetzen Berlin, 15.6.2000: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den zwischen Stromunternehmen und Bundesregierung ausgehandelten Atomkonsens als "Morgengabe für die untergehende Atomindustrie" bezeichnet. Der Atomkonsens sei ein Bestandsschutzvertrag mit garantierten Privilegien für die Atomkraftwerke und schiebe das notwendige schnelle Ende der Atomverstromung hinaus. Dr. Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND-Bundesvorstandes: "Künstlich hochgerechnete Betriebszeiten und festgeschriebene steuerliche Privilegien können nur als Geschenk an die Atomindustrie angesehen werden. Die radioaktive Verseuchung um die Wiederaufarbeitungsanlagen, Atommüllverschiebungen und der Betrieb der gefährlichen Atomkraftwerke gehen weiter. Das ist ein Atomkonsens auf Kosten von Menschen und Umwelt. Noch energischer müssen wir uns jetzt für das ökonomische Aus der Atomenergienutzung einsetzen." Der BUND hält zudem die Absage an eine Erneuerung von Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke für nicht vereinbar mit dem Grundgesetz, in dem das Recht auf körperliche Unversehrtheit und der Schutz der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen garantiert ist. Die Einbeziehung des AKW-Schwarzbaus Mülheim-Kärlich in die Berechnung der Laufzeiten hält der BUND ebenfalls für nicht gerechtfertigt. Das im rheinischen Erdbebengebiet gebaute AKW wäre aufgrund fehlender Genehmigungen niemals in Betrieb gegangen. Die imKonsens bis mindestens 2005 vereinbarte Wiederaufarbeitung radioaktiver Brennelemente in La Hague und Sellafield verstößt nach BUND-Auffassung direkt gegen den rot-grünen Koalitionsvertrag, in dem die Endlagerung von Atommüll als alleiniger Entsorgungsweg festgelegt wurde. Zahrnt: "Den Atomkonsens können wir nur als Morgengabe für die untergehende Atomindustrie bezeichnen. Dieser Bestandsschutzvertrag mit seinen garantierten Privilegien blockiert den Umbau der Energiewirtschaft für mehr Klima- und Ressourcenschutz. Wichtigste Herausforderung ist es jetzt, Anstrengungen zur Energieeinsparung zu verstärken und den Anteil regenerativer und alternativer Stromerzeugung zu erhöhen. Nur wenn es gelingt, die Privilegien und den Bestandsschutz für die Atomkraftwerke abzubauen, wird das Ende der Atomenergie sehr viel schneller kommen als es der Atomkonsens vorsieht." Bei Rückfragen: Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstandes / Tel. 04131-61662 oder Angelika Zahrnt bzw. Rüdiger Rosenthal (BUND-Pressesprecher) Tel. 030-27586-425, Fax: -449; e-Mail:presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell |
|
BUND zur VEBA/VIAG- und VEW/RWE-Fusion
|
BUND zur VEBA/VIAG- und VEW/RWE-Fusion: Energiepolitik am Scheideweg / Neustrukturierung ostdeutscher EVU`s gefordert Berlin, 19.6.2000: Nach der Genehmigung der Veba/Viag- und der VEW/RWE-Fusionen durch die Brüsseler Wettbewerbskommission und das Bundeskartellamt hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Neuordnung der ostdeutschen Stromwirtschaft gefordert. Wenn die im Besitz der fusionierenden Unternehmen befindliche ostdeutsche VEAG verkauft werden müsse, sei eine Trennung des Verbundnetzes von den Kraftwerken der VEAG nun möglich. Erfahrungen in Norwegen, England und Finnland zeigten, dass die Trennung der Netze von den Kraftwerken einen für Umwelt vorteilhaften Wettbewerb zwischen den Stromerzeugern fördere. S o könnten umweltschädliche Überkapazitäten abgebaut werden. Damit auch die Verbraucher davon profitieren könnten, fordert der BUND eine staatliche Regulierungsbehörde für das Stromnetz ähnlich wie im Telekommunikationsbereich. Erneut verlangt der BUND den sofortigen Stopp aller tagebaubedingten Umsiedlungen in den Neuen Ländern. Bei der kommenden Neustrukturierung der Energieversorgung mache die Verstromung der Braunkohle in Ostdeutschland im geplanten Umfang keinen Sinn mehr. BUND-Bundesgeschäftsführer Dr. Gerhard Timm: "Die gewaltigen Überkapazitäten bei den Stromerzeugern und die Minderungsziele bei Kohlendioxid stellen den Betrieb der Kraftwerke Lippendorf und Jänschwalde `bis auf die letzte Tonne Braunkohle` in Frage. Kommenden Generationen dürfen wir nicht gewaltige Tagebaulöcher und die Klimakatastrophe vererben. Und die Einwohner von Heuersdorf in Sachsen und Horno in Brandenburg haben ein Recht auf Leben in ihrer Heimatorten." Der Stromverbrauch in den neuen Bundesländern liegt heute um ca. 40 Prozent unter den Prognosen, mit denen die Kraftwerksausbauten seinerzeit gerechtfertigt wurden. Die Braunkohleförderung und der Braunkohlepreis sind seit 1990 um ein Drittel zurückgegangen. Zur Kosteneinsparung haben die Bergbaubetriebe zudem auf Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) für ihre Tagebaue verzichtet, die der BUND weiter nachdrücklich fordert. Beim Tagebau Cottbus-Nord beispielsweise ist kürzlich erstmals eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach EU-Recht gerichtlich verfügt worden. Timm: "Für zukunftsfähige Arbeitsplätze brauchen wir die Energiewende in Deutschland. Eine Erhöhung der Energieeffizienz und der Ausbau erneuerbarer Energien sind der richtige Weg. Die Trennung des Verbundnetzes von der VEAG wäre ein Schritt in die richtige Richtung." Bei Rückfragen: Rüdiger Rosenthal/ BUND-Pressesprecher (0171-8311051)/ Tel. 030-27586-425, Fax: -449; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv:http://www.bund.net/aktuell |
|
Aufruf zur Ablehnung des "Atomkonsenses"
|
BUND ruft Grüne und SPD zur Ablehnung des "Atomkonsenses" auf Berlin, 23.6.00: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft die Regierungsparteien SPD und BündnisGrüne auf, den sogenannten Atomkonsens abzulehnen. Nach BUND-Auffassung regelt die Vereinbarung zwischen Bundesregierung und Atomwirtschaft nicht den Atomausstieg, sondern lediglich ein für die Betreiber günstiges und langfristiges Auslaufen der Atomkraftwerke. Dr. Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende: "Grüne und SPD haben Parteibeschlüsse, die den schnellen Atomausstieg wollten. Der Atomkonsens aber ist eine Garantie für den Weiterbetrieb der risikoreichen Reaktoren. Das ist kein Atomausstieg: Es fehlt ein Enddatum für die Nutzung der Atomenergie. AKW`s erhalten garantierte Laufzeiten von 32 Jahren und mehr. Die Atomenergie behält ihre Privilegien gegenüber anderen Energieformen." Zu viele Aussagen im "Atomkonsens" lassen nach BUND-Auffassung zu viel Spielraum für atomindustriefreundliche Interpretationen. Beispielsweise bleibt fraglich, ob Atombrennstoff im Sinne der Gleichbehandlung mit anderen Energieträgern besteuert werden kann. Ungewiss bleibt auch, ob Sicherheitsstandards jeweils an neueste Erkenntnisse angepasst werden können. Hinzu kommt, dass Leitlinien für die Sicherheitsüberprüfung mit denen abgestimmt werden, die überprüft werden sollen. Auch die Erhöhung der Deckungsvorsorge gegen Atomunfälle von 500 Millionen auf 5 Milliarden Mark ist angesichts der möglichen Schadenssumme von 10 000 Milliarden Mark vollkommen unzureichend. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Fortsetzung der Wiederaufarbeitung bis 2005 und darüber hinaus mit der entsprechenden radioaktiven Verseuchung von Nordsee und Atlantik. Der BUND ruft die Mitglieder von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen daher dazu auf, den Atomkonsens abzulehnen: Er ist keine Antwort auf die Risiken aus dem Betrieb der Atomkraftwerke, sondern garantiert ihren langfristigen Weiterbetrieb und der Atomindustrie die entsprechenden Gewinne. Bei Rückfragen: BUND-Atomexperte Walter Jungbauer (in Münster unter: 0172-3260691) bzw. BUND-Pressestelle: Rüdiger Rosenthal / Tel. 030-27586-425 (Fax. 030-27586-449), e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv:http://www.bund.net/aktuell |
|
|